das war 14/15 ...


Dienstag, 23. Juni 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Uberto Pasolini
MR MAY UND DAS FLÜSTERN DER EWIGKEIT
GB/I 2013, 87 Minuten, dF

John May ist korrekt vom Scheitel bis zur Sohle. Für seinen Beamten-Job braucht er einige detektivische Fähigkeiten: Ist jemand gestorben, muss May die Hinterbliebenen ausfindig machen.
Da diese aber - wenn sie überhaupt existieren - oft keinen Finger rühren wollen, kümmert sich May selbst um alles: Er organisiert einen Pfarrer, schreibt die Abdankungsrede und sorgt für die passende Musik, um seinen „Klienten“ einen würdigen Abschied zu erweisen.
Als May seine Stelle aufgrund von Spar-Maßnahmen verliert, bietet sich ihm eine letzte Gelegenheit, sein Können zu beweisen. Auf den Spuren eines verstorbenen Nachbarn macht er sich auf eine befreiende Reise, die ihn erstmals dazu bringt, sein eigenes Leben mit allen Aufregungen und Gefahren zu wagen… MR. MAY UND DAS FLÜSTERN DER EWIGKEIT wurde am Festival in Venedig vierfach ausgezeichnet. Der Film steht in der Tradition des britischen Kinos, das der Realität verpflichtet ist
- und ist dabei erfrischend anders. Dieser Film ist eine wunderbare, kluge und humorvolle Tragikomödie, die tief berührt.



Dienstag, 05. Mai 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud
IHUHN MIT PFLAUMEN
Frankreich 2011, 93 Minuten, dF

Der begnadete Musiker Nasser Ali Khan ist verzweifelt. Im Streit mit seiner Frau ist die geliebte Geige zu Bruch gegangen und ein Ersatz im ganzen Land nicht aufzutreiben. Doch ein Leben ohne die Musik ist für ihn nicht vorstellbar. Er begibt sich auf die Spuren seiner bewegten Vergangenheit, um das große Geheimnis zu lüften, das die Liebe und die Musik vereint.
Nach dem weltweit umjubelten Erstling „Persepolis“ verzaubert das Regie-Duo Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud diesmal mit einem Spielfilm, in den sich mit spielerischer Leichtigkeit immer wieder animierte Bilder flechten. Als Vorlage diente Satrapis mehrfach ausgezeichnete gleichnamige Graphic Novel über die Lebensgeschichte ihres Onkels. HUHN MIT PFLAUMEN ist zugleich ein berührendes orientalisches Märchen, ein Liebesfilm, ein humorvolles Famileinporträt und eine Liebeserklärung an die allzu ferne iranische Heimat Marjane Satrapis. Die Weltpremiere im Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig wurde mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus gefeiert.



Dienstag, 28. April 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Juan José Campanella
IN IHREN AUGEN
Argentinien/Spanien 2009, 124 Minuten, dF

Oscar 2010 als "Bester fremdsprachiger Film"!

Ein nie aufgeklärter Mord an einer jungen Frau und eine nie erloschene Leidenschaft lassen den Gerichtsangestellten Esposito auch nach seiner Pensionierung nicht los. Er will den Fall literarisch verarbeiten, aber seine Erinnerungen, die schon tausende Male wiederbelebt und durchgespielt wurden, sollen nun seine Sicht auf das Vergangene komplett verändern, mehr noch: Sie schreiben seine Zukunft neu.

Regisseur Juan José Campanella verflechtet in IN IHREN AUGEN geschickt einen packenden Thriller mit einer ebenso fesselnden Liebesgeschichte, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in den Bann zieht. Der von der Kritik und der Presse hochgelobte argentinische Film wurde überall auf der Welt, wo er im Kino schon zu sehen war, ein Riesenerfolg.



Dienstag, 31. März 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Aktan Arym "aka" Abdikalikow Kubat
DER DIEB DES LICHTS
Kirgisien 2010, 80 Minuten, dF

Man nennt ihn "Svet-ake" ("Mr. Light"). Svet-Ake ist zwar der Elektriker, aber für mehr als elektrisches Licht verantwortlich: Die Bewohner seines Landstrichs schwirren wie Motten um den umgänglichen und freundlichen Mann: Egal ob es nun ein elektrischer Kurzschluss ist oder ein Beziehungskurzschluss; egal ob es die sind, die die ganze Energie einer Stadt kontrollieren wollen oder jene, die jede Energie zum Leben aufgegeben haben; Svet-Ake ist immer zur Stelle mit praktischer Hilfe und Rat. Selbst wenn er dafür das Gesetz verbiegen muss: So wird der Stromzähler einer befreundeten Pensionistin so eingestellt, dass sie statt ihrer hohen Stromrechnung eine noch höhere Gutschrift bei den Energiewerken ausbezahlt bekommt. Doch Gutherzigkeit wird in einem Land, das mitten im politischen Umbruch steckt, nicht automatisch belohnt. Wer weiterkommen will - und das will Mister Light - muss abwägen, mit wem man ins Bett steigt.



Mittwoch, 04. Februar 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Philippe Le Guayl
NUR FÜR PERSONAL !
Frankreich 2010, 100 Minuten, dF

Paris, 1960. In einem vornehmen Stadthaus leben der Börsenmakler Jean-Louis Joubert und seine Frau Suzanne mit ihren Kindern. In den Dachkammern der 6. Etage sind die Dienstmädchen der feinen Leute, allesamt Spanierinnen, untergebracht. Französisches Personal ist heutzutage schwer zu bekommen. Das Leben ist friedvoll und geht täglich seinen gewohnten Gang. Als die langjährige Haushälterin der Jouberts Hals über Kopf kündigt, nimmt die junge und schöne Maria deren Platz ein. Monsieur Joubert fühlt sich sofort von ihrer temperamentvollen und lebensbejahenden Art angezogen und freundet sich mit ihr an. Da erst merkt er, wie trist sein Leben eigentlich ist, und trifft sich immer häufiger mit Maria und den anderen spanischen Dienstmädchen. Bald verbringt er die meiste Zeit mit den Angestellten, so dass schnell der Haussegen schief hängt. Nach einem Streit mit seiner Frau packt Jean-Louis kurzerhand seine Sachen und zieht zu den Frauen in die sechste Etage.
Eine Liebeserklärung an Spanien und Frankreich, überschwänglich, temperamentvoll und lebenslustig, eine Milieu-Studie in bester Tradition - wunderbar französisch!



Dienstag, 23. Dezember 2014
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Harald Friedl
WHAT HAPPINESS IS
Österreich 2012, 91 Minuten

Nach dem Film:
Gespräch mit Regisseur Harald Friedl!

Das lange Zeit abgeschottete Land Bhutan will seine Infrastruktur entwickeln und sich dem Westen öfnen, ohne dem Materialismus zu erliegen. Als Gradmesser der Entwicklung gilt „Gross National Happiness“, das Brutto-Nationalglück. In einem weltweit einzigartigen Projekt sind Beamte des Ministeriums für Glück 8 Monate lang unterwegs, um an Hand eines Fragebogens das Glück im Land zu ermitteln. Ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück.

Harald Friedl, Filmemacher, Schriftsteller und Musiker, zeigte 2006 seine dokumentarische Zeitreise „Aus der Zeit“ in den Kinos. Sein neuer Kinofilm „What happiness is“ gibt Einblick in ein Land, das bisher für Filmaufnahmen weitgehend geschlossen war.  



Montag, 24. November 2014
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Lee Daniels
DER BUTLER
USA 2013, 122 Minuten, dF

"DER BUTLER ist nicht die Geschichte, sondern eine Geschichte, eine gute zudem. Das vor allem ist es, was im Spielfilm zählt." (Der Tagesspiegel)
In seinem Roman "The Invisible Man" schildert der afroamerikanische Autor Ralph Ellison die Ausgrenzung und das Leiden der schwarzen Bevölkerung in den USA als Erfahrung des Unsichtbarseins.
Das Unsichtbarsein wird auch Cecil Gaines als oberstes Prinzip seines künftigen Berufs vermittelt. Nachdem ihr Sohn Cecils Mutter vergewaltigt und seinen Vater erschossen hat, nimmt die Plantagenbesitzerin Annabeth Westfall (Vanessa Redgrave) den zehnjährigen Schwarzen als "Housenigger" auf und bildet ihn zum Diener aus. Jahre später wird Cecil Gaines (Forest Whitaker) Butler im Weißen Haus. Dwight D. Eisenhower ist der erste von insgesamt sieben Präsidenten, unter denen Gaines dient - als stiller Zeuge bewegter Zeiten, in denen seine Dienstherren Entscheidungen mit weit reichenden politischen Folgen treffen. Der längst pensionierte Butler wird 2009 noch einmal ins Weiße Haus gerufen - Barack Obama, der erste schwarze Präsident der USA, empfängt den alten Mann persönlich.
Lee Daniels Film DER BUTLER basiert zwar auf dem realen Leben des schwarzen White-House-Butlers Eugene Allen, ist aber keine reine Filmbiografie eines stillen Zeugen weltpolitischer Umwälzungen, sondern vielmehr eine äußerst geglückte Erzählung über Fortschritte und Stagnation in der US-amerikanischen Rassenpolitik. Denn während Cecil Gaines die Rolle des "unsichtbaren Mannes" verinnerlicht hat, geht sein Sohn Louis den konträren Weg vom Anhänger Martin Luther Kings zum Black-Panther-Aktivisten. In den Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn spiegelt sich nicht nur die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung, sondern der schwarzen Emanzipation in all ihren Facetten wider. So nimmt sich DER BUTLER viel Zeit für genaue Beobachtungen eines beginnenden schwarzen Mittelklasse-Lebens - mit ein Grundstein für die Wahlerfolge Barack Obamas. Als Cecil Gaines Ehefrau brilliert dabei Talkmasterin Oprah Winfrey, "nicht nur eine der berühmtesten Frauen der Welt, sondern auch eine exzellente Charakterdarstellerin." (New York Times) Und Forest Whitaker "macht uns bewusst, dass sich unter der ruhigen Oberfläche seiner Figur viele und nicht nur sanfte Gedanken und Gefühle verbergen." (Stuttgarter Zeitung)
"Forest Whitaker verleiht diesem stillen, duldsamen Beobachter des Weltenflusses eine enorme innere Würde. Im Spannungsfeld von höchster äußerer Zurückhaltung und innerem Aufbäumen spielt er einen Mann, der hinter der Fassade des Butlers zurücktritt und zugleich dem Zuschauer seine unterdrückten Gefühle eröffnet." (Die Welt)
"Das Geniale an DER BUTLER ist die intelligente Art, Politisches und Privates miteinander zu verbinden." (The New York Times)



Montag, 27. Oktober 2014
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Haifaa Al-Mansour
DAS MÄDCHEN WADJDA
Saudi-Arabien, Deutschland 2012, 97 Minuten, dF

"Dass ausgerechnet ein Fahrrad im ölreichsten Land der Welt zum Symbol des Aufbruchs wird, ist eine Pointe zum Verlieben." (3sat)
Die elfjährige Wadjda wünscht sich ein Fahrrad, um mit dem Nachbarsjungen Abdullah um die Wette fahren zu können. Als sie in einem Spielzeuggeschäft ein grünes Fahrrad entdeckt, bittet sie den Besitzer, das Objekt ihrer Begierde für sie zu reservieren - die 800 Rial will sie schon irgendwie auftreiben. Doch mit dem Verkauf selbstgeflochtener Armbänder und Mix-Tapes kommt sie nicht weit. Denn ihre illegalen Geschäfte fliegen auf, und man droht ihr mit dem Schulverweis. Ihre letzte Chance ist ein Koran-Wettbewerb, bei dem 1.000 Rial zu gewinnen sind. Wadjda stürzt sich in die mühevolle Aufgabe, Koran-Suren auswendig zu lernen und kunstvoll zu rezitieren. Währenddessen versucht ihre Mutter verzweifelt zu verhindern, dass ihr Mann sich eine zweite Frau nimmt. Letztendlich müssen Mutter und Tochter erkennen, dass sie auf sich allein gestellt sind, um den steinigen Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu beschreiten.
"Es ist eine so schlichte wie vertrackte Geschichte einer Befreiung, die Haifaa Al-Mansour in ihrem ersten Spielfilm erzählt. Mit ruhigen langen, genau kadrierten Einstellungen und einer selbstbewussten kindlichen Protagonistin erinnert DAS MÄDCHEN WADJDA formal und inhaltlich an iranische Filme der 1990er Jahre, etwa die ersten Werke Jafar Panahis, den Haifaa Al-Mansour als 'einen meiner Helden' bezeichnet." (NZZ)



Montag, 29. September 2014
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Aki Kaurismäki
LE HAVRE
Deutschland, Finnland, Frankreich 2011, 94 Minuten, dF

Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika..

In Le Havre, den er nach längerer Abstinenz zum ersten Mal wieder außerhalb von Finnland drehte, wirkt Aki Kaurismäki erneut so kämpferisch wie in Der Mann ohne Vergangenheit, gleichzeitig aber auch so poetisch wie in seinem ebenfalls in Frankreich realisierten Film Das Leben der Bohéme.