das war 15/16 ...


Mittwoch, 01. Juni 2016
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Jean-Pierre Jeunet
DIE KARTE MEINER TRÄUME
F / K 2013, 105 Minuten, dF

Der junge T.S. Spivet lebt mit seiner Wissenschaftler-Mutter Dr. Clair,
seinem mürrischen Farmer-Vater Tecumseh Elijah und seiner pubertierenden
größeren Schwester Gracie abgeschieden auf einer Ranch im ländlichen
Montana. Eigentlich ist T.S. ein ganz normales Kind, aber eben auch nur
fast: Denn der Zehnjährige ist wissenschaftlich hochbegabt. Für seine
Erfindung eines neuartigen Perpetuum mobile gewinnt T.S. sogar den
renommierten Baird-Preis des legendären Smithsonian Instituts in
Washington. Dessen Leiterin G.H. Jibsen will den Preisträger unbedingt
für eine Gala als Gast und Redner gewinnen – ohne zu wissen, dass T.S.
in Wahrheit noch nicht einmal ein Teenager ist. Aber der
Nachwuchswissenschaftler fühlt sich geehrt und macht sich ohne Kenntnis
seiner besorgten Familie per Frachtzug auf den Weg Richtung Washington.
Ganz mühelos wechselt Jean-Pierre Jeunet die Genres, lässt seine
Erzählung von der ländlichen Idylle in ein Road-Movie übergehen, um
schließlich im letzten Drittel von der Medien- und Wissenschaftssatire
in das ergreifende Finale überzuleiten. Und Jeunet erweist sich einmal
mehr als Kinomagier, als Regisseur fantasievoller Tableaus und
liebevoller Details, an denen man sich nicht satt sehen kann. Und er
eignet sich Amerika auf seine ganz eigene Art und Weise an – mit den
staunenden Augen eines Kindes, das viel erwachsener ist als die
Erwachsenen selbst.



Mittwoch, 18. Mai 2016
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Roger Michell
LE WEEKEND
GB 2013, 89 Minuten, dF

In ihrer dritten gemeinsamen Arbeit schicken Regisseur Roger Michell („Notting Hill“) und Drehbuchautor Hanif Kureishi („Mein wunderbarer Waschsalon“) ein britisches Paar in die Stadt der Liebe. Die Biologielehrerin Meg und der Philosophieprofessor Nick wollen an ihrem 30. Hochzeitstag ihre etwas eingerostete Ehe in dem Pariser Hotel auffrischen, in dem sie ihre Flitterwochen verbracht hatten. Weil sich das Hotel als Bruchbude herausstellt, besteht Meg auf einer Luxusunterkunft, die den finanziellen Rahmen der beiden sprengt. Die folgenden Tage sind geprägt von kleinen Sticheleien und gegenseitigen Vorwürfen, aber auch von Augenblicken gegenseitigen Einverständnisses und einer Intimität, die erkennen lässt, dass nicht nur Routine, sondern auch Liebe die Ehe der beiden noch immer bestimmt. Als Meg und Nick einen ehemaligen Studienkollegen Nicks treffen, der die beiden zu einer Party einlädt, wird die Beziehung von Meg und Nick noch einmal auf eine Probe gestellt.
Äußerst subtil, mit intelligenten Dialogen und filmischen Anleihen an die Nouvelle Vague behandelt der Film die Komplexität einer dreißigjährigen Beziehung. Hanif Kureishi zeichnet die Figuren des Films sehr vielschichtig, Jim Broadbent, Lindsay Duncan und Jeff Goldblum agieren wundervoll und verleihen ihren Rollen trotz aller peinlichen Momente, in die sie geraten, Würde und Takt. Und Regisseur Roger Michell führt seine drei Stars mit Verve durch eines der denk- und liebenswürdigsten Wochenenden der Filmgeschichte.



Mittwoch, 27. Jänner 2016
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Frédéric Fonteyne
TANGO LIBRE
F/BE 2012, 98 Minuten, dF

JC (François Damiens) ist Gefängniswärter, ein unauffälliger,
prinzipien- und regeltreuer Kopfmensch. Aber er nimmt an einem Tangokurs teil. Hier trifft er eines Tages auf Alice (Anne Paulicevich), sie tanzen miteinander und JC scheint erstmals zu verstehen, worum es beim Tango wirklich geht: der Sprache des Körpers Ausdruck zu geben. Die Sprache verschlägt es ihm dann auch tatsächlich, als er Alice bereits am nächsten Tag in den Besuchsräumen des Gefängnisses wiedersieht, wo sie auf ein Gespräch mit zwei Insassen wartet: Der eine ist ihr Ehemann Fernand (Sergi López), der andere ihr Geliebter Dominic (Jan Hammenecker). Auf seltsame Weise von dieser unabhängig und frei lebenden Frau angezogen beginnt JC peu à peu, alle Prinzipien und Regeln, die bisher sein Leben bestimmten, über Bord zu werfen...
Tango Libre ist eine unkonventionelle Komödie, von Regisseur Frédéric Fonteyne („Eine pornographische Beziehung“) emotional, intelligent und berührend in Szene gesetzt. Er hat diesen Film, wie er selbst sagt, versucht „im Rhythmus und der Leichtigkeit der Milonga, verbunden mit der Melancholie und der Leidenschaft des Tangos“ zu inszenieren. Und außerdem ist TANGO LIBRE der Film mit der wohl schönsten, tollsten und lustigsten Tango-Szene der Geschichte.
Venedig 2012: Spezialpreis der Orizzonti-Jury Warschau FF 2012: Großer Preis der Jury



Montag, 21. Dezember 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Peter Chelsom
HECTORS REISE
oder die Suche nach dem Glück

D/Can 2014, 115 Minuten, dF

Der Londoner Psychiater Hector und seine Lebensgefährtin Clara führen ein zufriedenes, wenn auch ein wenig langweiliges Leben. Irgendetwas scheint Hectors Existenz zu fehlen. So wie seinen PatientInnen: Seit Jahren berichten sie ihm von ihren ewig gleichen Problemen, während Hector sein Notizbuch mit Kritzeleien befüllt und vom Fliegen träumt.
Bis ihm eines Tages dämmert, dass es „da draußen“ in der großen weiten Welt noch etwas geben muss. Und so bricht Hector zu einer Weltreise auf, um dem Phänomen Glück auf die Spur zu kommen. Sein Weg führt in zunächst nach China, wo ihn der Manager Edward auf einen Abend des käuflichen Glücks einlädt. Weiter geht es in den Himalaya und zu einem alten Mönch.
Von dort führt die Reise nach Afrika, wo Hector zunächst seinen Studienkollegen Michael trifft und dann Bekanntschaft mit dem Drogenboss Marcel macht, dem er nur mit knapper Not entkommt. Die letzte Station von Hectors Reise ist Los Angeles, wo er seine große Liebe aus Studientagen wieder trifft und endlich begreift, was ihm zum Glück fehlt.



Dienstag, 24. November 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Éric Lartigau
VERSTEHEN SIE DIE BELIERS ?
F 2014, 105 Minuten, dF

Die Béliers betreiben einen Bauernhof irgendwo in der französischen Provinz. Sie sind ein munterer und verschworener Haufen, und man merkt der Familie auf den ersten Blick gar nicht an, dass Mutter, Vater und Sohn ein kleines Handicap haben: Die drei sind gehörlos. Einzig Tochter Paula kann hören und sprechen, und ganz selbstverständlich bildet sie die Verbindung der Familie zur Außenwelt. Sei es auf dem Wochenmarkt, wo sie die KundInnen bedient, beim Arzt oder in der Schulsprechstunde. Mit bewundernswerter Geduld bringt sie Familie und Schule unter einen Hut.
Bis zwei Ereignisse Paulas Leben durcheinanderwirbeln: Weil Rodolphe vom amtierenden Bürgermeister nichts hält, will er bei der nächsten Wahl selbst antreten. Er ist sicher, dass er mit Hilfe von Paulas geschickten Übersetzungskünsten die Kampagne gewinnen wird. Gleichzeitig entdeckt Paulas Musiklehrer ihre wunderschöne Stimme und ermuntert sie, in Paris Gesang zu studieren. Das stellt Paula vor Entscheidungen, die mit ein paar Gebärden nicht zu lösen sind.

„Der besondere Charme und Zauber dieses Films liegt in den Figuren, deren alltägliche Sorgen und Freuden mit viel Humor, ohne billige Effekte und mit großer Empathie gezeigt werden. Louane Emera, die 18-jährige Darstellerin der Paula, überzeugt in ihrem Auftritt in der Rolle eines unsicheren Mädchens zwischen Pflicht und eigenen Wünschen.
Regisseur Eric Lartigau erzählt ein Coming-of-Age der etwas anderen Art, und seine visuellen Schilderungen des Lebens der gehörlosen Bauernfamilie balancieren geschickt zwischen Drama und Komödie. Die Musik des Films, darunter die wunderschönen Chansons von Michel Sardou, rundet diese Familiengeschichte ab, in der ein altes Thema – die Schmerzen des Erwachsenwerdens für Kinder und Eltern – auf liebenswerte Weise variiert wird.“ (FBW)



Mittwoch, 28. Oktober 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Iciar Bollain
UND DANN DER REGEN
E/F/MEX 2010, 98 Minuten, dF

Sebastian (Gael García Bernal) ist ein politisch engagierter, idealistischer Regisseur. In seinem Film über Christoph Kolumbus will er das Schicksal der unterdrückten Ureinwohner zeigen. Er reist nach Bolivien, das preiswerteste Land Lateinamerikas. Doch soziale Unruhen machen dem Regisseur und seinem geschäftstüchtigen Produzenten (Luis Tosar) einen Strich durch die Rechnung: 500 Jahre nach der Ankunft des Eroberers geht es nicht um Gold, sondern um das flüssige Menschenrecht Wasser - und die Filmemacher stehen plötzlich zwischen den Fronten…

„Drehbuchautor Paul  Laverty  und  Regisseurin Icíar  Bollaín  verflechten die aufregenden Momente eines Filmdrehs, die Explosion eines sozialen Aufstands und die historischen  Exzesse der spanischen Konquistadoren in einem gekonnten Spannungsbogen zu einem Film, der gleichzeitig Autorenfilm und großes Spektakel ist.“ (Paris Match)
„Ein großartiger, intensiver und bewegender Film mit wunderbaren Schauspielern! “
(The Hollywood Reporter)



Mittwoch, 23. September 2015
19:30 Uhr
Stadttheater Mödling

Regie: Marcus Markou
PAPADOPOULOS & SÖHNE
GB 2012, 104 Minuten, dF

Harry Papadopoulos hat es geschafft. Dem englischen Geschäftsmann mit griechischen Wurzeln bleibt kaum etwas zu wünschen übrig: eine riesige Villa, Auszeichnungen ohne Ende, der Lebensstil der oberen Zehntausend. Alles seins. Doch kurz bevor er den Deal seines Lebens abschließt, bricht die Finanzkrise aus und die Banken fordern die sofortige Rückzahlung aller Kredite. Harry verliert über Nacht alles. Ihm bleibt nur ein kleines, vernachlässigtes Fish&Chips-Restaurant in einer fiesen Ecke Londons, das aber zur Hälfte seinem Bruder Spiros gehört, mit dem er kaum noch zu tun hat. Flankiert von seinen Kindern, die sich statt für Finanzgeschäfte wahlweise mehr für Grünzeug oder die sexy Jungs von nebenan interessieren, zieht Harry beim reichlich chaotischen Onkel Spiros ein. Mit wohl oder übel geeinten Kräften beschließen sie, das Restaurant wieder auf Vordermann zu bringen. Misstrauisch beäugt von Harrys altem Rivalen Hassan von der Dönerbude gegenüber und unterstützt von der bezaubernden Unternehmensberaterin Sophie wollen die Papadopoulosens das Unmögliche möglich machen.